Zum Inhalt springen
Praxisgruppe Vertrieb, Handel & Logistik

Ausgleichsanspruch für Versicherungsvertreter

Ihr Agenturvertrag endet oder der Versicherer hat Ihnen ein Ausgleichsangebot vorgelegt? Wir prüfen Ihre Ansprüche, Fristen und mögliche Verzichtsklauseln. Im persönlichen Gespräch klären wir die nächsten Schritte und die Kosten einer Vertretung.

  • Kündigung durch den Versicherer
  • Ruhestand oder Agenturübergabe geplant
  • Aufhebungsvertrag oder Ausgleichsangebot erhalten

Das erste Orientierungsgespräch ist kostenfrei. Darin klären wir Ihr Anliegen und den Prüfungsumfang. Eine vertiefte Prüfung und die Vertretung setzen eine gesonderte Vereinbarung voraus.

Sebastian Förste, Rechtsanwalt und Partner bei gunnercooke
Sebastian Förste
Rechtsanwalt · Partner bei gunnercooke
+49 30 220 131 000Zum Kanzleiprofil
1 Jahr
Ausschlussfrist ab Vertragsende
§ 89b Abs. 4 S. 2 HGB
3 Jahresprovisionen
Höchstgrenze für Versicherungsvertreter
§ 89b Abs. 5 S. 2 HGB
Unabdingbar
Anspruch auf Buchauszug
§ 87c Abs. 2, 5 HGB

Was wir für Sie übernehmen

Versicherungsvertreter vermitteln über Jahre Verträge, aus denen der Versicherer auch nach dem Ende der Zusammenarbeit Vorteile zieht. Dafür gewährt § 89b HGB einen Ausgleich. Ob und in welcher Höhe er besteht, hängt von der Art der Beendigung, den getroffenen Vereinbarungen und der Einhaltung der Jahresfrist ab.

Wir übernehmen insbesondere:

  • Prüfung des Agenturvertrags, der Beendigungsumstände sowie etwaiger Aufhebungs-, Verzichts- oder Abgeltungsklauseln
  • Fristwahrende Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs gegenüber dem Versicherer (§ 89b Abs. 4 Satz 2 HGB)
  • Durchsetzung des Anspruchs auf Buchauszug und Auskunft nach § 87c HGB, außergerichtlich und gerichtlich, auch im Wege der Stufenklage
  • Berechnung des Ausgleichs nach der Rechtsprechung des BGH und, soweit anwendbar, nach den „Grundsätzen“ der Versicherungswirtschaft
  • Verhandlung mit der Rechtsabteilung des Versicherers sowie Entwurf und Prüfung von Vergleichs- und Bestandsübertragungsvereinbarungen
  • Gerichtliche Vertretung in Ausgleichs-, Provisions- und Stornohaftungsstreitigkeiten
Voraussetzungen

Wann besteht ein Ausgleichsanspruch?

Ein Ausgleich setzt voraus, dass alle vier Punkte erfüllt sind. Beim Versicherungsvertreter tritt an die Stelle der geworbenen Kunden die Vermittlung neuer Versicherungsverträge (§ 89b Abs. 5 Satz 1 HGB). Maßgeblich ist also der einzelne Vertrag, nicht die Kundenbeziehung.

01

Beendigung des Vertragsverhältnisses

Der Anspruch entsteht mit der rechtlichen Beendigung des Agenturvertrags. Ob der Vertrag durch Kündigung, Zeitablauf oder Aufhebungsvertrag endet, wird erst bei den Ausschlussgründen erheblich.

§ 89b Abs. 1 Satz 1 HGB
02

Erhebliche Unternehmervorteile

Der Versicherer muss aus den Versicherungsverträgen, die Sie neu vermittelt oder wesentlich erweitert haben, auch nach Vertragsende erhebliche Vorteile haben.

§ 89b Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 HGB
03

Billigkeit

Der Ausgleich muss unter Berücksichtigung aller Umstände der Billigkeit entsprechen. Das Gesetz nennt vor allem die Provisionen, die Ihnen durch die Beendigung entgehen. Nach der Rechtsprechung kann auch eine vom Versicherer finanzierte Altersversorgung zu berücksichtigen sein.

§ 89b Abs. 1 Nr. 2 HGB
04

Kein Ausschlussgrund

Ausgeschlossen ist der Anspruch bei einer Eigenkündigung ohne begründeten Anlass, bei einer Kündigung des Versicherers aus wichtigem Grund wegen schuldhaften Verhaltens und wenn aufgrund einer Vereinbarung mit dem Versicherer ein Nachfolger in den Vertrag eintritt. Für Vertreter im Nebenberuf gilt § 89b HGB nicht, wenn der Versicherer sie ausdrücklich als solche betraut hat.

§ 89b Abs. 3, § 92b HGB
Erstgespräch

Erstgespräch mit Sebastian Förste

Schildern Sie kurz Ihre Situation und wählen Sie, wie wir Sie erreichen sollen. Im kostenfreien Orientierungsgespräch klären wir Ihr Anliegen, mögliche Fristen und den Umfang einer weiteren Prüfung. Ihre Angaben unterliegen der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht.

Sebastian Förste, Rechtsanwalt und Partner bei gunnercooke
Sebastian Förste
Rechtsanwalt · Partner
gunnercooke GmbH · Kurfürstendamm 15, 10719 Berlin
  • Für das Gespräch hilfreich sind Agenturvertrag, Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung und die letzten Provisionsabrechnungen.
  • Für eine vertiefte Vertragsprüfung, die Berechnung oder die Vertretung schließen wir vorab eine gesonderte Mandats- und Vergütungsvereinbarung.
Datenverarbeitung auf dieser Seite

Diese Seite wird über Google Firebase Hosting bereitgestellt. Die Kontaktanfrage verarbeitet eine Firebase Cloud Function in der Region europe-west3 (Frankfurt) und übermittelt sie per E-Mail an die Kanzlei. Diese Regionsangabe bezieht sich auf die Formularfunktion.

Übermittelt werden Ihre Kontaktdaten, Ihre Nachricht, optionale Angaben zum Versicherungsunternehmen und Vertragsende sowie die von Ihnen beigefügten Werkzeugdaten. Zur Zuordnung der Anfrage werden der Seitenpfad, vorhandene Kampagnenparameter und gegebenenfalls der Hostname der verweisenden Seite mitgesendet. Sie können Werkzeugdaten vor dem Absenden entfernen.

Zum Schutz vor übermäßigen Anfragen werden aus IP-Adresse und gewählter Kontaktangabe Hashwerte gebildet und mit Zählerständen in Firestore verarbeitet. Zusätzlich werden technische Zustellinformationen wie Vorgangs-ID, Zeitpunkt und Nachrichtenlänge gespeichert. Nachrichtentext und Kontaktdaten werden vom Formularcode nicht in Firestore gespeichert. Technische Betriebsprotokolle können weitere Verbindungsdaten enthalten.

Die Eingaben für das Musterschreiben bleiben im Browser. Verantwortlichkeit, Rechtsgrundlagen, Betroffenenrechte und allgemeine Speicherhinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung der Kanzlei.

Die Anfrage wahrt keine Frist gegenüber dem Versicherungsunternehmen. Ein Mandat und die Übernahme der Fristwahrung kommen erst zustande, wenn wir das Mandat ausdrücklich annehmen. Läuft eine Frist in Kürze ab, rufen Sie bitte an. Bitte senden Sie hier keine Daten Ihrer Versicherungskunden.

* Pflichtfelder
Fristrechner § 89b Abs. 4 Satz 2 HGB

Bis wann muss ich den Anspruch geltend machen?

Geben Sie das Datum ein, an dem Ihr Agenturvertrag rechtlich endet oder geendet hat. Das ist in der Regel der letzte Tag der Kündigungsfrist oder das im Aufhebungsvertrag genannte Datum.

Weder eine Anfrage bei uns noch ein Kalendereintrag wahren die Frist. Läuft die Frist in Kürze ab, rufen Sie uns bitte an.

Fristprüfung anfragen
Digitale Vorprüfung

Vorab-Check: Kommt ein Ausgleichsanspruch für Sie in Betracht?

7 Fragen zur Vorbereitung Ihres Erstgesprächs. Der Vorab-Check strukturiert Ihre Angaben und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Vorprüfung erfolgt lokal in Ihrem Browser. Beim Absenden einer Kontaktanfrage werden Ihre Antworten und das Ergebnis mit übermittelt; Sie können sie im Kontaktformular vorher entfernen.

Frage 1 von 7

Ist Ihr Agenturvertrag bereits beendet?

Der Ausgleichsanspruch entsteht erst mit der rechtlichen Beendigung des Vertragsverhältnisses (§ 89b Abs. 1 HGB).

Höchstgrenzenrechner

Die gesetzliche Höchstgrenze berechnen

Für Versicherungsvertreter beträgt die gesetzliche Höchstgrenze drei Jahresprovisionen oder Jahresvergütungen. Maßgeblich ist grundsätzlich der Durchschnitt der letzten fünf Tätigkeitsjahre, bei kürzerer Vertragsdauer der Tätigkeitszeitraum (§ 89b Abs. 2 und 5 HGB).

Die Höchstgrenze ist keine Schätzung Ihres Anspruchs. Ob ein Ausgleich besteht und wie hoch er ausfällt, muss gesondert geprüft werden.

Rechnerisches Ergebnis

Wählen Sie die Vertragsdauer und füllen Sie alle erforderlichen Jahreswerte aus.

Die Berechnung prüft weder Anspruchsvoraussetzungen noch Ausschlussgründe, Unternehmervorteile oder Billigkeit. Sie enthält keine spartenspezifische Bewertung.

Ausgleich persönlich prüfen lassen
Muster-Generator

Buchauszug anfordern nach § 87c Abs. 2 HGB

Mit dem Buchauszug kontrollieren Sie, ob der Versicherer alle provisionspflichtigen Geschäfte erfasst hat (§ 87c Abs. 2 HGB). Erstellen Sie hier einen Entwurf und gleichen Sie Zeitraum und Auskunftspunkte mit Ihrem Vertrag ab. Ihre Eingaben bleiben im Browser und werden nicht mit der Kontaktanfrage übermittelt.

Dieses Muster fordert nur den Buchauszug an. Weitere Ansprüche behält es sich lediglich vor. Es wahrt deshalb nicht die Frist für den Ausgleichsanspruch. Lassen Sie prüfen, wie Sie den Ausgleich rechtzeitig beim Versicherer geltend machen. Der Download versendet kein Schreiben.Frist und Schreiben prüfen lassen
Vorschau des Schreibens
Rechtsgrundlage: § 87c Abs. 2 i. V. m. Abs. 5 HGBGesellschaft verweigert den Buchauszug? Unterstützung anfragen →
Gesetzliche Ausschlussfrist

Ein Jahr nach Vertragsende: § 89b Abs. 4 Satz 2 HGB

Der Ausgleichsanspruch muss innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Vertragsverhältnisses gegenüber dem Versicherer geltend gemacht werden. Das ist eine materielle Ausschlussfrist: Wer sie versäumt, verliert einen bestehenden Anspruch grundsätzlich. Ob frühere Schreiben die Frist gewahrt haben, ist gesondert zu prüfen.

  • 01

    Fristbeginn

    Die Frist beginnt mit der rechtlichen Beendigung des Vertragsverhältnisses. Der Zugang der Kündigung und die letzte Provisionsabrechnung sind dafür nicht maßgeblich.

  • 02

    Form der Geltendmachung

    Es genügt eine formlose Erklärung, aus der hervorgeht, dass Sie einen Ausgleich verlangen. Ihr Zugang beim Versicherer sollte nachweisbar sein. Einen Betrag müssen Sie noch nicht nennen; die Bezifferung kann folgen.

  • 03

    Keine Hemmung durch Verhandlungen

    Laufende Verhandlungen hemmen zwar die Verjährung, nicht aber die Ausschlussfrist. Machen Sie den Ausgleich deshalb früh und schriftlich geltend, auch wenn Sie noch mit dem Versicherer sprechen.

  • 04

    Verjährung nach Geltendmachung

    Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB). Sie beginnt grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie davon Kenntnis erlangt haben oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätten erlangen müssen (§ 199 Abs. 1 BGB). Hemmung, Neubeginn und abweichende Vereinbarungen sind gesondert zu prüfen.

Anwaltliche Vertretung

Unser Vorgehen in drei Schritten

Sebastian Förste betreut Ihr Anliegen persönlich. Gemeinsam klären wir, welche wirtschaftliche Bedeutung es für Sie hat, wie weit die Prüfung reichen soll und welche Schritte als Nächstes anstehen.

  1. 01

    Einordnung und Fristwahrung

    Wir prüfen Ihren Agenturvertrag, die Umstände der Beendigung und etwaige Verzichtsklauseln. Sobald wir das Mandat ausdrücklich angenommen haben, stimmen wir die Schritte zur Fristwahrung mit Ihnen ab.

  2. 02

    Buchauszug und Berechnung

    Wir werten Ihre Bestands- und Provisionsdaten aus und fordern fehlende Auskünfte beim Versicherer an. Die Berechnung richtet sich nach Gesetz und Vertrag und, soweit anwendbar, nach den Grundsätzen der jeweiligen Sparte.

  3. 03

    Verhandlung und Durchsetzung

    Wir verhandeln mit der Rechtsabteilung des Versicherers. Führt die Verhandlung nicht zu einem angemessenen Ergebnis, vertreten wir Sie vor Gericht.

Persönlicher Ansprechpartner
Ein Partner betreut Sie persönlich, vom Erstgespräch bis zum Abschluss des Mandats.
Transparente Vergütung
Die Vergütung vereinbaren wir vor Beginn des Mandats. Das Orientierungsgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.
Bundesweit
Wir beraten und vertreten bundesweit, nachdem wir mögliche Interessenkonflikte geprüft haben. Ist vor dem BGH ein dort zugelassener Rechtsanwalt erforderlich, stimmen wir das gesondert mit Ihnen ab.
Häufige Fragen

Fragen zum Ausgleichsanspruch nach § 89b HGB

Antworten auf die Fragen, die Versicherungsvertreter uns am häufigsten stellen. Ihre Frage ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an.

Das erste Orientierungsgespräch ist kostenfrei. Darin klären wir Ihr Anliegen, mögliche Fristen und den Umfang einer weiteren Prüfung. Für eine vertiefte Vertragsprüfung, die Berechnung des Ausgleichs oder die Vertretung schließen wir vorab eine gesonderte Mandats- und Vergütungsvereinbarung.

Nicht zwingend. Nach § 89b Abs. 4 Satz 1 HGB kann der Ausgleichsanspruch im Voraus nicht ausgeschlossen werden. Entscheidend sind insbesondere Wortlaut und Zeitpunkt der Vereinbarung im Verhältnis zur rechtlichen Vertragsbeendigung. Ein Verzicht nach Vertragsende kann wirksam sein und muss im Einzelfall geprüft werden.

Nicht allein wegen dieser Bezeichnung. Ob Sie nebenberuflich tätig waren, bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung (§ 92b Abs. 3 HGB); Arbeitszeit und Einkommen sind Anhaltspunkte. Auf den Ausschluss kann sich zudem nur ein Versicherer berufen, der Sie ausdrücklich als Vertreter im Nebenberuf betraut hat (§ 92b Abs. 2, 4 HGB).

Mit dem Buchauszug können Sie prüfen, ob der Versicherer alle provisionspflichtigen Geschäfte vollständig abgerechnet hat (§ 87c Abs. 2 HGB). Er ist zugleich eine wichtige Datengrundlage für die Berechnung des Ausgleichs. Ob Ihre vorhandenen Abrechnungen genügen und welche Daten fehlen, prüfen wir anhand Ihrer Vereinbarungen und Abrechnungen.

Sie müssen den Anspruch innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Vertragsverhältnisses gegenüber dem Versicherer geltend machen (§ 89b Abs. 4 Satz 2 HGB). Versäumen Sie diese Frist, erlischt ein bestehender Anspruch grundsätzlich. Ob frühere Schreiben die Frist gewahrt haben, ist gesondert zu prüfen.

Der Ausgleich eines Versicherungsvertreters beträgt höchstens drei Jahresprovisionen oder Jahresvergütungen (§ 89b Abs. 5 Satz 2 HGB). Berechnet wird die Jahresprovision nach dem Durchschnitt der letzten fünf Tätigkeitsjahre, bei kürzerer Vertragsdauer nach dem Durchschnitt während der Tätigkeit (§ 89b Abs. 2 HGB). Die Höchstgrenze begrenzt den Anspruch nur; seine Höhe ergibt sich aus Unternehmervorteilen und Billigkeit.

Rechtsgrundlagen, Stand 24. September 2026: § 89b HGB, § 92b HGB, § 87c HGB, § 199 BGB.

Hinweis: Die Informationen, Prüfassistenten, Rechner und Muster auf dieser Seite dienen der unverbindlichen Erstorientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Sie ersetzen nicht die Prüfung des Einzelfalls. Ein Mandat kommt erst zustande, wenn die gunnercooke GmbH es ausdrücklich annimmt.